Über die Verbindung von Blumen und Kunst

Interview mit Künstlerin Rebecca Louise Law

Im Rahmen unserer Kooperation mit der britischen Künstlerin Rebecca Louise Law sprachen wir mit ihr über ihre außergewöhnliche Arbeit mit Blumen und insbesondere über das Kunstwerk “Garten”, das die Decke des Bikini Berlin wochenlang in ein hängendes Blütenmeer verwandelte. Wie die Künstlerin zur Arbeit mit Blumen kam, was das Besondere an ihren Werken ist, was die Herausforderungen sind – dies und mehr erfahren Sie hier.

Copyright: Bikini Berlin

Sie sind bekannt für Kunstwerke aus natürlichen Materialien, insbesondere Blumen. Wieso haben Sie sich darauf spezialisiert? Was ist das Besondere daran?

Ich war schon immer von Blumen fasziniert. Das Studium der Natur durch Malerei und die Erstellung von Kunstdrucken führten mich zu meinen abstrakten Werken. Frustriert von der Arbeit mit Leinwänden und den damit verbundenen Restriktionen, fing ich an mit Essen und Stoffen zu experimentieren, bis ich mich schließlich auf Blumen festlegte. Mit ihnen kann ich dem Betrachter die Natur näher denn je bringen. Blumen sind meine Farbe. Richtig genutzt, bringen sie ewige Schönheit.

"Blumen sind meine Farbe."

Für Ihre Installation in der Bikini Berlin Concept Shopping Mall haben Sie 30.000 Schnittblumen kopfüber von der Decke hängen lassen. Was ist die Herausforderung einer solchen Arbeit?

Die größte Herausforderung ist die Zeit. Wenn ich eine frische Installation kreiere, ist es wichtig, die Blumen im richtigen Stadium zu konservieren. Ist eine Blume vollständig erblüht, besteht das Risiko eines schnellen Verfalls. Ich habe ab Lieferung der Blumen maximal fünf Tage Zeit für die Installation. Der gesamte Prozess muss also akribisch geplant sein.

Was bedeutet Ihnen diese Installation? Gibt es eine bestimmte Botschaft?


Ich liebe es, Blumen in Form von Skulpturen auszustellen und den Betrachter dazu einzuladen, die Natur in einzigartiger Weise zu betrachten. Die Installation „Garten“ ist von der Kultivierung von Blumen in Deutschland inspiriert. Durch die Unterstützung von Tollwasblumenmachen.de mit 30.000 Schnittblumen konnte ich aus über 14 Sorten und vielfältigen Farben auswählen. Ich wollte diese Blumen mit „Garten“ feiern. Mithilfe spezieller Trocknungstechniken ist das Werk darauf ausgerichtet, ewig zu halten. Nach der Demontage werde ich aus den getrockneten Blumen, Kupfer und Glas neue Skulpturen kreieren. Blumen als langlebiges Material zu betrachten, ist mir extrem wichtig.

"Ich wollte diese Blumen mit „Garten“ feiern."

Woher nehmen Sie Ihre Inspiration?

Immer aus der Natur – die Muster, Texturen und Farben sind unglaublich inspirierend.

Wie schaffen Sie es, dass jede Installation einen anderen Effekt hat?

Menschen machen meine Installationen einzigartig. Ich betrachte immer die Beziehung von Menschen und Blumen. Jeder Einzelne reagiert anders auf Blumen und in den meisten Ländern gibt es eine ganz eigene Symbolik und spannende, geschichtliche Assoziationen. Ich möchte, dass jede Installation ihre Umgebung reflektiert. 

Haben Sie eine Lieblingsblume?

Ich liebe die Gartenrose. Der Duft ist göttlich.

Wie dürfen wir uns Ihre Wohnung vorstellen? Hängen dort auch tausende Blumen von der Decke?

Mein Haus ist voller floraler Malerei und Skulpturen. Ich nutze zwei Zimmer meines Hauses als Studio, das jeden Sonntagmorgen für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Abhängig vom jeweiligen Projekt hängen dort manchmal auch Blumen von der Decke.

Können Sie uns schon einen Ausblick auf Ihr nächstes Projekt geben?

Mein nächstes Projekt ist eine permanente Installation aus 150.000 Schnittblumen in Melbourne, Australien, die im Juni eröffnen wird. 

Wir bedanken uns für die Zusammenarbeit zu der hängenden Installation „Garten“ in Berlin und freuen uns auf weitere florale Werke der Londoner Künstlerin.