Das mobile Blumengeschäft von Daniel van Egmond

Linienverkehr mit botanischen Prachtstücken

In ELLE Blumen findest du Portraits verschiedener Blumenberufe. Darunter auch ein Portrait von Daniel van Egmond. Er ist als Fahrer mit seinem mobilen Blumenladen zu einem festen Kundenkreis von Blumengeschäften unterwegs. Sein Lastwagen ist randvoll gefüllt mit exklusiven Blumen, wie den „Paradiesvogelblumen“, bei der kleine Vögel aus den leuchtend bunten, spitzen Blättern zu springen scheinen. Wir haben Daniel ein paar Fragen gestellt...

Das mobile Blumengeschäft von Daniel van Egmond - Tollwasblumenmachen.de

Wie bist du auf die Idee gekommen Blumen zu fahren?

„Ich bin da irgendwie reingeraten, denn Van Egmond Blumen ist ein Familienunternehmen. Mit fünfzehn habe ich schon mit Blumen gearbeitet, weil ich keine Lust zum Lernen hatte und mit meinen Händen arbeiten wollte. Mit achtzehn habe ich den Führerschein für alle Klassen gemacht. Und dann haben wir selbst dafür gesorgt, dass wir mit dem Fahrgeschäft starten konnten.“

Wie sieht dein Tag aus?

„Um drei Uhr morgens beginnen wir den Wagen vorzubereiten. Ein Kunde hat zum Beispiel spezielle Blumen für einen Hochzeitsstrauß oder ein Trauerarrangement bestellt, die geladen werden müssen. Wenn der LKW gefüllt ist, fahren wir los. Die Route ist jeden Tag etwas anders; manchmal sind wir schon in einer Viertelstunde beim ersten Kunden, manchmal müssen wir erst anderthalb Stunden fahren.

Ich vergleiche meinen Laden immer mit einem fahrenden Supermarkt. Wenn ich angekommen bin, betritt der Kunde den LKW, um zu shoppen. In der Zwischenzeit führen wir ein ‘Wie war denn dein Wochenende’-Gespräch, und ich mache ihn zum Beispiel auf die pollenfreien Lilien aufmerksam. Ich habe eine feste Stammkundschaft, und wir entladen die Blumen direkt vor Ort. Gegen 16 Uhr am Nachmittag ist mein Arbeitstag vorbei.“

Dein Tag ist also ziemlich lang.

„Eine normale Arbeitswoche hat bei mir 60 bis 65 Stunden. In der Woche vor dem Valentinstag sind es auch schon mal ungefähr 75 Stunden. Dreimal in der Woche geht mein Wecker um 2:15 Uhr. Du musst ein Profi sein, um diese Arbeit machen zu können, und gleichzeitig sollte sie auch dein Hobby sein.“

Die bessere Blume, was bedeutet das?

„Die Blumen, die ich anbiete, haben eine sehr gute Qualität. Die Knospen sind etwas größer und der Stiel ist fester. Es sind exklusive Blumen, die in Erde kultiviert wurden, wie zweifarbige Tulpen, französische Tulpen, besondere Rosensorten oder äußerst aparte Gerbera. Oft sind es die neuesten Sorten. Wir besuchen dafür die besten Gärtnereien. Ich versuche immer, neue Produkte von der Messe oder aus den Gartenbaubetrieben sofort in mein Sortiment aufzunehmen. So kann der Florist in seinem Geschäft die außergewöhnlichsten Blumen verkaufen. Natürlich berücksichtige ich dabei immer auch die Nachfrage meiner Kunden.”

Was ist das Schöne an deinem Beruf?

„Man baut eine besondere Beziehung zu seinen Kunden auf, weil man sie häufig besucht. Ich weiß, was sie wollen. Und ich sage immer: Blumen sind die pure Emotion. Bei mir können sie die Blumen selbst sehen, fühlen, riechen. Man kann ein Bild von einer Rose machen, aber wenn man sie in Wirklichkeit sieht, ist die Farbe tiefer und man kann sie riechen. Auf dem Bild kommt das nie so zur Geltung. Ja, das ist es.“

Deine Blumen haben regelmäßige Fernsehauftritte.

„Richtig. Wir haben jahrelang die Blumen für den Papst geliefert, für den Segen ‘Urbi et Orbi’, den er zu Weihnachten und zu Ostern spricht. Das gefällt mir, ich denke dann: Das sind meine Blumen. Oder der Moment, als unsere Blumen am Prinsjesdag im Rittersaal standen, oder wie man sie am Koningsdag im Strauß von Máxima sehen konnte. Ja, da gebe ich dann mein Allerbestes.“