Blütenzweige

Fragile, fröhliche Frühlingsboten

Wenn die (Obst-) Bäume sprießen und uns mit ihren hübschen Blüten verführen, dann ist der Frühling nicht mehr weit. Die Bäume stimmen darauf ein, dass jetzt die herrliche Saison der süßen Blüten naht. Die lieblichen Blüten bilden einen deutlichen Kontrast zu den kräftigen Zweigen der Bäume. Vorwitzige Blätter in zarten Farben, begleiten dich flirtend in den Frühling.

Farben und Formen

Je nach Obstbaum-Art werden wir mit ganz unterschiedlichen Blütentypen verwöhnt. Die Pflaume blüht mit weißen, feinen Blüten. Die weißen Blüten des Kirschbaums wachsen und hängen an langen Stielen, begleitet von kleinen grünen jungen Blattaustrieben. Die weiße Blüte des Birnbaums ist etwas kräftiger. Gefallen dir Knospen im Dunkelrosa, die sich dann in einem lieblichen Rosaton entfalten? Dann solltest du dich für die Apfelblüte entscheiden. Jede Obstbaum-Art blüht bis zu mehreren Wochen.

SYMBOLIK

Die Blüte steht natürlich für den Frühling, für Neubeginn und Wachstum. In Japan hat die Kirschblüte daher eine besondere Bedeutung. Sakura, wie sie hier genannt wird, ist ein Symbol für das Leben und dessen Unvorhersehbarkeit. Die Wetterbedingungen sorgen bei den Blütenzweigen buchstäblich und beim Menschen im übertragenen Sinne für die Dauer der Blütezeit. Die eine Blütenart wird kürzer strahlen als die andere. Daher ist es sehr wichtig, die Zeit der Blüte in vollen Zügen zu genießen.

HERKUNFT

Jeder Obstbaum hat seine eigene Geschichte und Herkunft. So wurde die Birne beispielsweise vor etwa 3.000 Jahren zum ersten Mal am Fuße des Tiensjan, einer Bergkette in Zentralasien, entdeckt. Der Baum trägt nicht nur Früchte, sondern hat auch noch andere nutzbringende Eigenschaften. Bei den Überresten prähistorischer Pfahlbauten an den Schweizer Seen wurde auch Birnenholz entdeckt.

In Europa kündigte der Apfelbaum schon seit circa 10.000 vor Christus den Frühling an. In Südostasien wurde um 4.000 v. Chr. mit der Züchtung dieses beliebten Baumes begonnen. Bis zum essbaren Apfel dauerte es noch eine Weile, denn es war zunächst ein Jahrhunderte andauernder Prozess des Kreuzens, Selektierens und Neu-Sortierens der 25 wilden Apfelsorten notwendig.

Um 70 v. Chr. nahm der Römer Lucius Licinius Lucullus den Kirschbaum von Nordost-Anatolien mit in den Westen. Lange zuvor hatte man sich in Japan bereits der Obstblüten angenommen. Die Japaner haben bereits seit Jahrhunderten eine enge Verbindung zur Natur und im Frühling ist dieses Band während der Sakura-Blüte noch stärker. Weil die Sakura so wichtig ist, wurde die Blüte während des Zweiten Weltkrieges zu einem Symbol, um die Menschen zu motivieren. Es verbreitete sich der Glaube, dass die Seelen der gefallenen Soldaten in den Kirschblüten wiedergeboren würden.