Trauerblumen in anderen Kulturen

Drei Bespiele für Trauerfloristik in anderen Ländern

Abschied nehmen, trauern, erinnern, das macht jeder auf ganz individuelle Art und Weise. Der Unterschied ist jedoch nicht nur etwas sehr Persönliches, es gibt auch deutliche Unterschiede zwischen den Kulturen. In verschiedenen Arten des Zusammenlebens, der Kulturen oder Religionen spielen Blumen in Bezug auf Tod, Bestattung und Trauerrituale eine wichtige Rolle. Wir geben Ihnen einen kurzen Einblick, mit drei Beispielen aus weiter entfernten Kulturen.

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Die Verwendung von Blumen bei einer Trauerfeier ist eine jahrhundertealte Tradition: Bereits im antiken Ägypten wurden in der Grabkammer des Pharaos Blumen niedergelegt. Auch heute sind Blumen in Trauerritualen auf der ganzen Welt ein Weg, der Trauer Ausdruck zu verleihen, sich angemessen zu verabschieden und zu erinnern.

Der Lei auf Hawaii

Wenn man an Hawaii denkt, fallen einem gleich die Blumenkränze ein. Diese werden dort Lei genannt und zu allerlei Ritualen eingesetzt. Dies können glückliche Momente sein, aber auch der Tod eines Menschen. Der Kranz wird dann über ein Foto des Verstorbenen oder auf dem Sarg drapiert. Es ist auch nicht unüblich, einen solchen Blumenkranz an einem Ort niederzulegen, der dem Verstorbenen wichtig war oder die Blumen bei der Trauerfeier ins Wasser zu werfen. Die Trauernden, die an der Zeremonie teilnehmen, tragen einen Lei aus Liebe und Respekt oder übergeben einen Kranz an die Mitglieder der Familie des Verstorbenen. Bei einem Begräbnis wird der Lei oft aus den Blüten des einheimischen Hala-Baums gefertigt. Außerdem spielen tropische Blumen wie Anthurien, Strelitzien und Orchideen eine Rolle.


Blumen und Tequila in Mexiko

In Mexiko glaubt man, dass die Seele des Verstorbenen weiterlebt. Der Sarg steht zu Hause, wo Freunde, Familie und Nachbarn zu Besuch kommen, um dem Toten die letzte Ehre zu erweisen. Sie legen Blumen in den Sarg und überreichen Speisen und Getränke an die Familie, die tage- und nächtelang Totenwache beim aufgebahrten Verstorbenen hält. Auch während des folgenden Trauergottesdienstes spielen Blumen neben Weihrauch, Kerzen, Gesang und Gebet eine wichtige Rolle. Während der Feier des Dias de los Muertos am 1. und 2. November werden in Mexiko die Toten gefeiert. Seit alters her wird dort Cempasúchil die „Blume der Toten“ verwendet. Bei dieser Blume handelt es sich um eine Tagetes und man findet sie auf den Altären, zusammen mit anderen Opfergaben wie Brot, Tequila und Kerzen. Diese Blume begleitet mit ihrer Farbigkeit und ihrem Duft die Seele des Verstorbenen zum Altar.


Geld und Chrysanthemen in Japan

Im Buddhismus glaubt man an die Reinkarnation: eine Wiedergeburt nach dem Tod. Japanische Buddhisten sorgen dafür, dass die Toten gut ausgestattet ins nächste Leben geben. So werden neben Kleidungsstücken und einem Rosenkranz auch Geldstücke in den Sarg gelegt, um die Überfahrt über den Sanzu-Fluss auf dem Weg in das nächste Leben bezahlen zu können (ähnlich wie beim Fluss Styx in der griechischen Mythologie). Während der Einäscherungszeremonie legen die Anwesenden auch Blumen in den Sarg. Dabei handelt es sich vor allem um weiße und gelbe Chrysanthemen und Lilien, da diese mit dem Tod in Verbindung gebracht werden. Neben Blütenkränzen können Sie als Teilnehmer einer japanischen Trauerfeier auch Kondolenzgeld (kōden, 香典) für die Familie mitnehmen.


Blumen, Kulturen, Beisetzungen

Wie Sie hier lesen konnten, spielen Blumen bei Beerdigungen häufig eine Rolle, wenn auch auf ganz unterschiedliche Art und Weise. Sie spenden Trost, zeigen Respekt, aber sind auch ein Symbol der Vergänglichkeit. Wenn Sie selbst zu einer Trauerfeier einer Person eines anderen Kulturkreises eingeladen werden, ist es gut im Vorfeld zu wissen, welche Blumen angemessen sind und welche sich weniger eignen. Für die symbolische Bedeutung von Blumen in der westlichen Kultur finden Sie hier mehr Informationen.